Trinidad-Samtvogelspinne (Psalmopoeus cambridgei)

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Trinidad-Samtvogelspinne
Psalmopoeus cambridgei
Trinidad-Samtvogelspinne (Psalmopoeus cambridgei)
Name Trinidad-Samtvogelspinne
Name Lat. Psalmopoeus cambridgei
Familie Vogelspinnen
Familie lat. Theraphosidae
Ordnung Webspinnen
Ordnung lat. Araneae
Verbreitung Südamerika
Habitat Wälder
Tiergröße 6-7 cm
Ernährung Lebende Insekten
Temperature Tag 25-27 °C
Temperature Nacht 20-22 °C
Luftfeuchtigkeit 70-80 %
Verhalten Nachtaktiv; aggressiv
Haltung Einzeln
Schwierigkeitsgrad Experten
Behältnis Feuchtterrarium
Behältnisgröße 40 x 30 x 40 cm
Lebenserwartung 5-10 Jahre
Artenschutz Nein
Anzeigepflicht Nein

Vorkommen

Das Verbreitungsgebiet der vorwiegend nachtaktiven, baumbewohneneden  Trinidad-Samtvogelspinnen liegt auf der nordöstlich von Venezuela gelegenen Insel Trinidad, wo sie in Astgabeln, Baumspalten und selbstgegrabenen Höhlen unter Wurzeln versteckt leben.

Terrarium und Haltung

Für 1 Tier kann ein Terrarium mit einer Mindestgröße von 40 x 30 cm und einer Mindesthöhe von 40 cm als Richtwert empfohlen werden. Das Terrarium sollte an einem ruhigen Platz ohne Sonneneinstrahlung aufgestellt werden.

Sie benötigen ein mit senkrechten Korkröhren, Wurzeln und Ästen (Versteckplätze und Sichtschutz) strukturiertes Terrarium, einen Bodengrund aus Terrarienhumus, ein kleines, flaches Trinkgefäß und zur Dekoration künstliche oder getopfte Pflanzen (z.B. Ficus repens, Scindapsus aureus). Ein Teil des Bodengrundes ist immer etwas feucht zu halten. Täglich sollte das Terrarium innen mit Wasser fein besprüht (Luftfeuchtigkeit) werden, besser ist aber eine Regen- bzw. Nebelanlage.

Temp. Tag: 25-27 °C Temp. Nacht: 20-22 °C Luftfeuchte: 70-80 %

Die Beleuchtungsdauer sollte 8-12 Std. je nach Jahreszeit betragen. Eine herkömmliche Lichtquelle (Leuchtstoffröhre, Glühbirne) ist ausreichend. Speziallampen mit hohem UV-Anteil sind nicht notwendig.

Ernährung

Das Futterangebot sollte aus Grillen, Schaben, Heimchen, Maden und Heuschrecken sowie anderen Spinnentieren bestehen. Dem Beutetier wird mit den Beißwerkzeugen (Chelizeren) ein Verdauungssaft "injiziert", der die Eiweißbestandteile verflüssigt und die Beute kann so ausgesaugt werden (extrakorporale Verdauung). Jungtieren kann 1-2 mal pro Woche Futter angeboten werden, adulten Tieren nur alle ein bis zwei Wochen. Sie sollten auf keinen Fall überfüttert werden, wobei als Grundregel gilt, dass der Hinterleib (Abdomen) maximal die 1½ fache Größe des Vorderleibes (Cephalothorax) haben soll. Nicht angenommenes Futter muss nach 1-2 Tagen entfernt werden. Futterverweigerung kann auf eine natürliche Hungerphase oder auf eine bevorstehende Häutung hinweisen. Während der Häutung dürfen sich keine Futtertiere im Terrarium befinden, sie könnten die Spinne verletzen.

Eine regelmäßige und abwechslungsreiche Ernährung fördert die Gesundheit und verhindert Mangelerscheinungen.

Fortpflanzung und Zucht

Die kleineren Männchen sind an ihren zum Körper hin eingeklappten Bulben zu erkennen.

Das Weibchen legt 6-8 Wochen nach der Paarung 150-200 Eier in einen vorbereiteten Kokon in ihrer Höhle ab. Nach ca. 10 Wochen schlüpfen die Jungspinnen, verlassen nach 2 Häutungen den Kokon und einige Zeit später das Nest.

Meldepflicht

Informieren Sie sich unbedingt über allfällige Verordnungen zur Haltung bzw. Halteverbote für dieses Tier in ihrem Bundesland bzw. ihrer Heimatgemeinde. In Ihrem Zoofachgeschäft erhalten Sie gerne weitere Informationen.

Wichtige Information

Die langbeinige und flinke Spinne kann sehr gut springen, manchmal bis zu 20 cm weit. Ihre Reizhaare brechen bei Berührung ab und können Hautreizungen hervorrufen und in den Augen u.U. Hornhautschädigungen sowie asthmaähnliche Symptome verursachen. Vorsicht ist auch bei der Reinigung des Terrariums geboten, da Reizhaare vom Bodengrund aufgewirbelt werden können (Schutzbrille).

Ein Biss ist sehr schmerzhaft, das Gift entspricht dem einer Biene oder Wespe. Gequetschte oder festgehaltene Beine können an einer Sollbruchstelle abgeworfen werden und regenerieren sich nach 1-2 Häutungen wieder vollständig. Sie ändern mit jeder Häutung geringfügig ihre Farbe.

Das Terrarium muss eine gute Belüftung ohne Zugluft haben und den artspezifischen Bedürfnissen entsprechen. Notwendig sind Messgeräte, wie z.B. Thermometer, Hygrometer etc. Die Beleuchtung hat dem artgemäßen Tag-Nacht-Rhythmus zu entsprechen und ist so anzubringen, dass sich die Tiere nicht verletzen können. Das Terrarium sollte derart verschlossen sein, dass weder Unbefugte es öffnen noch die Tiere entweichen können. Auf gründliche Hygiene ist besonders zu achten und Verunreinigungen müssen regelmäßig entfernt werden.

Weiterführende Literatur finden Sie in Ihrem Zoofachgeschäft.

Nachweise

Text: petdata; Bild: Franz Lowak

Quellenangabe: ENGELMANN & LANGE (2011): Zootierhaltung - Tiere in menschlicher Obhut: Wirbellose, Harri Deutsch Verlag; HENKEL & SCHMIDT (2010): Taschenatlas Wirbellose für das Terrarium, Verlag Eugen Ulmer