Blütenmantis (Pseudocreobotra ocellata)

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Blütenmantis
Pseudocreobotra ocellata
Blütenmantis (Pseudocreobotra ocellata)
Name Blütenmantis
Name Lat. Pseudocreobotra ocellata
Familie Blütenmantiden
Familie lat. Hymenopodidae
Ordnung Fangschrecken
Ordnung lat. Mantodea
Verbreitung Afrika
Habitat Buschsavanne
Tiergröße 3-4 cm
Ernährung Fluginsekten
Temperature Tag 25-35 °C
Temperature Nacht 20-22 °C
Luftfeuchtigkeit 50-70 %
Verhalten Räuberisch
Haltung Einzeln
Schwierigkeitsgrad Anfänger
Behältnis Halbfeuchtterrarium
Behältnisgröße 20 x 20 x 30 cm
Lebenserwartung 3-10 Monate
Artenschutz Nein
Anzeigepflicht Nein

Vorkommen

Die tagaktive Blütenmantis ist in West- und Ostafrika von Angola bis Mosambik beheimatet. Dort lebt sie im Busch- und Grasland auf den Blüten verschiedener Sträucher und kommt als Kulturfolger auch in Gärten vor.

Terrarium und Haltung

Für ein Weibchen kann ein Insektarium von 20 x 20 x 30 cm (L x B x H), für eine Gruppe von bis zu 5 Männchen 30 x 30 x 50 cm, als Richtwert empfohlen werden, das an einem ruhigen Platz ohne Sonneneinstrahlung aufgestellt werden sollte. Empfehlenswert ist eine Abdeckung aus Gaze oder feinem Metallgitter.

Sie benötigen ein mit dünnen, stark verzweigten Kletterästen (Versteckplätze, Sichtschutz), einer dichten Bepflanzung und Blüten (auch künstliche) strukturiertes Insektarium sowie ein kleines, flaches Trinkgefäß mit Wassergel oder eine Wattetränke. Zur Dekoration können künstliche oder lebende Pflanzen (z.B. Ficus pumila, Scindapsus aureus) verwendet werden. Der Bodengrund aus Kokosfasern, Vermiculit oder Sand-Lehm-Torf-Gemisch (Terrarienhumus) ist immer leicht feucht zu halten. Alle 2-3 Tage sollte das Insektarium innen mit Wasser fein besprüht (Luftfeuchtigkeit) werden, besser ist aber eine Regen- bzw. Nebelanlage. Staunässe ist unbedingt zu vermeiden.

Temp. Tag: 25-35 °C   Temp. Nacht: 20-22 °C Luftfeuchtigkeit: 50-70 %

Die Beleuchtungsdauer sollte 12 Std. betragen. Ideal sind Lichtquellen, die auch die notwendige Wärme produzieren.

Ernährung

Sie sind räuberisch und ergreifen aus einer angewinkelten Lauerhaltung heraus blitzschnell mit ihren Fangbeinen das Beutetier, bevorzugt Fluginsekten. Das Futterangebot sollte aus Grillen, Heimchen, Fliegen (Drosophila) und Heuschrecken sowie kleinen Spinnentieren bestehen. Wichtig ist die regelmäßige Beigabe von Mineralstoffen und Vitaminen (z.B. durch Bestauben der Futtertiere). Die Qualität der Futtertiere kann durch Verfüttern von überreifem Obst und Honigwasser aufgewertet werden. Einige Tage vor, während und nach der Häutung verweigern sie die Nahrungsaufnahme. Während der Häutung dürfen keine räuberischen Futtertiere (z.B. Grillen) im Insektarium verbleiben, da in dieser Zeit die Tiere ungeschützt sind und selbst zur Beute werden können.

Eine abwechslungsreiche Ernährung fördert die Gesundheit und verhindert Mangelerscheinungen.

Fortpflanzung und Zucht

Die Weibchen sind etwas größer und massiger als die Männchen. Die Männchen besitzen 6 gleich lange Anhängsel am Abdomen, die Weibchen lediglich 5.

Nach der bis zu 14 Stunden dauernden Paarung legt das Weibchen nach etwa einer Woche das erste Eipaket (Oothek) ab, 4-8 weitere können folgen. Bei einer Temperatur von ca 30 °C und einer Luftfeuchtigkeit von 60-70 % schlüpfen nach etwa 4-6 Wochen die Nymphen. Die Jungtiere sind klein, schwarz und erinnern an Ameisen (Mimikry). Sie sollten sofort mit kleinen Obstfliegen oder Mikroheimchen gefüttert werden, damit sie sich nicht gegenseitig fressen (Kannibalismus).

Nach der Imaginalhäutung benötigen die Männchen 10, die Weibchen 14 Tage bis zum Erreichen der Geschlechtsreife. Danach leben die Männchen noch etwa 3-5 Monate, die Weibchen bis zu 10 Monaten.

Wichtige Information

Vor der Paarung sollte dem Weibchen ein großes Futtertier angeboten werden, um die Gefahr, dass es das Männchen frisst, zu verringern. Es ist empfehlenswert, Weibchen einzeln zu halten, Männchen können in einer Gruppe (ca. 5 Tiere) gehalten werden.

Die Blütenmantis kann leicht mit Pseudocreobotra wahlbergii verwechselt werden, die etwas größer ist.

Sie verfügen aufgrund ihrer Körperform und Färbung sowie ihrer oft langanhaltenden Regungslosigkeit über eine sehr gute Tarnung. Bei Drohhaltung stellen sie ihre Flügel seitlich auf und zeigen ihren meist zitronengelben Augenfleck zur Abschreckung.

Vor dem Kauf sollte ein Insektarium vorbereitet sein, das den artspezifischen Bedürfnissen entspricht. Notwendig sind eine gute Belüftung ohne Zugluft sowie Geräte für die Messung von Temperatur und Luftfeuchtigkeit. Die Beleuchtung hat dem artgemäßen Tag-Nacht-Rhythmus zu entsprechen und ist so anzubringen, dass sich die Tiere nicht verletzen können. Das Insektarium sollte derart verschlossen sein, dass weder Unbefugte es öffnen noch die Tiere entweichen können. Auf gründliche Hygiene ist besonders zu achten und Verunreinigungen müssen regelmäßig entfernt werden.

Weiterführende Literatur finden Sie in Ihrem Zoofachgeschäft.

Nachweise

Text: petdata; Bild: Franz Lowak

Quellenangabe: HENKEL & SCHMIDT (2010): Taschenatlas Wirbellose für das Terrarium, Verlag Ulmer; ENGELMAN & LANGE (2011): Zootierhaltung - Tiere in menschlicher Obhut: Wirbellose, Verlag Harri Deutsch