Zwergfächergarnele (Atyoida pilipes)
Zwergfächergarnele Atyoida pilipes | |
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Name | Zwergfächergarnele |
Name Lat. | Atyoida pilipes |
Familie | Süßwassergarnelen |
Familie lat. | Atyidae |
Ordnung | Zehnfußkrebse |
Ordnung lat. | Decapoda |
Verbreitung | Südostasien |
Habitat | Flüsse, Bäche |
Tiergröße | 4-5 cm |
Ernährung | Plankton, Laub, Garnelenfutter |
Temperatur | 22-28 °C |
pH-Wert | 6,0-8,0 |
Härte | 5-20 °dH |
Verhalten | Friedlich |
Haltung | Gruppe |
Schwierigkeitsgrad | Fortgeschrittene |
Fortpflanzung | Marine Larvenstadien |
Zucht | Schwierig |
Aquarium | Ab 50 l |
Lebenserwartung | 6-10 Jahre |
Artenschutz | Nein |
Vorkommen
Die Zwergfächergarnelen sind von Südjapan, den Philippinen, über die östlichen indonesischen Inseln bis Neu Guinea und Fidji weit verbreitet. Sie leben in rasch fließenden Bächen und Flüssen, die in das Meer münden, wo sie sich zwischen Steinen, Wurzeln und Pflanzen aufhalten.
Aquariumeinrichtung und Haltung
Sie benötigen ein gut strukturiertes Aquarium mit vielen Wurzeln, einigen robusten Pflanzen, großen Steinen und Geröll sowie einer mittleren bis starken Strömung. Der Bodengrund aus Sand oder Kies sollte teilweise mit Laub (z.B. Seemandelbaumblätter, Eichenlaub), verrottendem Pflanzenmaterial und Mulm bedeckt sein.
Im Aquariumwasser darf kein Ammoniak, Ammonium und Nitrit nachweisbar sein, der Nitratwert sollte 100 mg/l nicht überschreiten. Zur Sicherstellung der Wasserqualität und des Sauerstoffgehaltes ist ein der Aquariumgröße angepasster Filter und eine Heizung erforderlich sowie eine Beleuchtung für den artgemäßen Tag-Nacht-Rhythmus der Tiere. Bei der Wahl des Filters sollte besonders darauf geachtet werden, dass die Tiere nicht eingesaugt werden können.
Ernährung
In der Natur filtern sie mit ihren zu Fächern ausgebildeten Scherenbeinen Detritus, Zoo- und Phytoplankton sowie kleinste Insektenlarven aus der Strömung. Mit Cyclops, Daphnien, Artemianauplien, Mikrowürmchen, Spirulina und fein gemahlenem Garnelenfutter, ergänzt mit getrockneten, zerriebenen Brennessel-, Eichen-, Buchen- und Walnussblättern sind sie leicht zu ernähren.
Nicht angenommenes Futter muss nach 2-3 Stunden abgesaugt werden. Regelmäßige und abwechslungsreiche Fütterung fördert die Gesundheit und erhöht die Widerstandskraft.
Vergesellschaftung
Sie sollten in einer Gruppe von mindestens fünf Tieren gehalten werden. Tagsüber halten sie sich meist versteckt. Auf Grund ihrer speziellen Nahrungsaufnahme sind sie keine Gefahr für andere Garnelen oder Fische. Sie können gut mit ruhigen Fischen, die sie nicht bei der Nahrungsaufnahme stören, vergesellschaftet werden.
Grundsätzlich dürfen nur untereinander verträgliche Tiere mit ähnlichen Ansprüchen an die Wasserbeschaffenheit und Wassertemperatur vergesellschaftet werden.
Fortpflanzung und Zucht
Die Männchen haben deutlich größere vordere Schreitbeine als die Weibchen, deren Bauchpanzer nach unten ausgezogen ist.
Die Vermehrung erfolgt über marine Larvenstadien. Die Larven entwickeln sich im Brack- und Salzwasser der Flussmündungen. Die Junggarnelen wandern zurück in die Binnengewässer.
Es sind keine Berichte über eine erfolgreiche Nachzucht im Aquarium bekannt.
Wichtige Information
In ihrem weiten Verbreitungsgebiet gibt es zahlreiche Varianten mit unterschiedlich gefärbter Zeichnung, die hellbraun, rötlich oder grünlich sein kann. Daher kommt es oft zu Verwechslungen und falschen Bezeichnungen.
Wenn die Tiere häufig mit ihren Fächern den Boden absuchen, dann erhalten sie in der Strömung zu wenig Nahrung.
Eine Vergesellschaftung mit Flusskrebsen ist nicht zu empfehlen, da sie die Garnelen nach der Häutung verletzen könnten.
Das Wohlbefinden der Tiere ist regelmäßig zu kontrollieren. Die Temperatur sollte täglich, der pH-Wert, Härte und Nitratwert mindestens 14-tägig kontrolliert werden. Ein regelmäßiger Teilwasserwechsel ist empfehlenswert, auch dann, wenn die Schadstoffbelastung die Obergrenze noch nicht erreicht hat. Plötzliche Veränderungen der Wasserqualität sind zu vermeiden. Neu einzusetzende Tiere müssen langsam an das Wasser im Aquarium gewöhnt werden.
Weiterführende Literatur finden Sie in Ihrem Zoofachgeschäft.
Nachweise
Text: petdata; Bild: Franz Lowak
Quellenangabe: KARGE & KLOTZ (2007): Süßwassergarnelen aus aller Welt, Dähne Verlag; ENGELMANN & LANGE (2011): Zootierhaltung - Tiere in menschlicher Obhut: Wirbellose, Verlag Harri Deutsch