Meerschweinchen Texel (Cavia porcellus 'Texel')

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Meerschweinchen Texel
Cavia porcellus 'Texel'
Meerschweinchen Texel (Cavia porcellus 'Texel')
Name Meerschweinchen Texel
Name Lat. Cavia porcellus 'Texel'
Familie Meerschweinchen
Familie lat. Caviidae
Ordnung Nagetiere
Ordnung lat. Rodentia
Verbreitung Südamerika (Zuchtform)
Klimazone Gemäßigt
Habitat Grasland
Tiergröße Bis 1,8 kg
Ernährung Heu, Kräuter, Gemüse
Temperatur Raumtemperatur
Verhalten ♂ semi-aggressiv
Haltung Paar, Gruppe
Schwierigkeitsgrad Einfach
Lebenserwartung 4-8 Jahre
Artenschutz Nein
Anzeigepflicht Nein

Vorkommen

Das Texel Meerschweinchen ist eine Zuchtform der in den Hochebenen und Buschsteppen der Anden wildlebenden Tiere. Sie wurden schon von den Inkas als Haustiere gehalten und kamen im 16. Jh. mit holländischen Seefahrern nach Europa.

Käfiggröße

Die Käfiggröße sollte mindestens L 120 x B 60 x H 50 cm für ein Paar betragen und auch bei Einzelhaltung nicht unterschritten werden. Für die Gruppenhaltung ist das Gehege entsprechend zu erweitern. Der Käfig sollte an einem hellen (keine direkte Sonneneinstrahlung), zugluftfreien und ruhigen Platz aufgestellt werden und eine Querverdrahtung haben, mit einer Gitterweite, die Verletzungen ausschließt. Terrarien oder Aquarien sind für die Haltung ungeeignet.

Einrichtung und Haltung

Zur Grundausstattung gehört eine Heuraufe, die oben abgedeckt ist um Verletzungen zu vermeiden, für jedes Tier ein Häuschen mit Flachdach und mindestens zwei Eingängen sowie Versteckmöglichkeiten (Korkröhren, Grasnester, Heuhäuser etc.). Der Boden muss mit saugfähiger Einstreu (Kleintierstreu, Hanfstreu, Buchengranulat etc.) gleichmäßig und rutschsicher bedeckt sein und immer sauber und trocken gehalten werden. Nicht geeignet ist mineralisches Katzenstreu. Zur Abnutzung ihrer permanent nachwachsenden Zähne muss immer Nagematerial (Nagersteine, Holz) zur Verfügung stehen. Hartes Brot eignet sich nicht als Nagematerial. Sie sollten bei Raumtemperatur gehalten werden und auf ihren  natürlichen Tag- Nacht-Rhythmus ist zu achten.

Ernährung

Sie sind Pflanzenfresser und ihr Grundnahrungsmittel ist Heu, das immer in bester Qualität in einer Heuraufe zur Verfügung stehen muss. Dazu benötigen sie Gemüse (Möhren, Fenchel, Löwenzahn etc.), etwas Obst (Äpfel), Mineralstoffe (Nagerstein), Natriumchlorid (Salzleckstein) und besonders Vitamin C (Salat, Spinat, Hagebutten) sowie handelsübliches Meerschweinchenfutter. Wasser muss in Hängeflaschen oder in standfesten, offenen Gefäßen stets verfügbar sein und ist wie Futter täglich frisch anzubieten. Wasser- und Futtergefäße sollten so angeordnet sein, dass sie nicht verschmutzt werden können.

Eine regelmäßige und abwechslungsreiche Ernährung fördert die Gesundheit und verhindert Mangelerscheinungen.

Vergesellschaftung

Sie haben ein ausgeprägtes Bedürfnis nach sozialem Kontakt mit Artgenossen und sollten nur paarweise oder in einer Gruppe gehalten werden, wie z.B. ein (kastrierter) Bock mit mehreren Weibchen oder eine Weibchengruppe. Trotzdem kann es zu individuellen Unverträglichkeiten kommen, insbesonders dann, wenn ausreichende Rückzugsmöglichkeiten fehlen oder das Platzangebot zu gering ist. Kastrierte Männchen sind in der Regel verträglicher.

Auf Grund ihrer unterschiedlichen Verhaltensweisen sollten Meerschweinchen nicht gemeinsam mit Zwergkaninchen gehalten werden.

Fortpflanzung und Zucht

Ein leichter Druck mit einem Finger unmittelbar oberhalb des Genitalbereiches lässt bei dem Männchen einen Penis herausragen.

Das Weibchen ist alle 14-18 Tage für etwa 8-11 Stunden brünstig. Die Jungen kommen nach durchschnittlich 68 Tagen voll entwickelt zur Welt. Sie sind Nestflüchter, wiegen zwischen 60-120 g und haben bereits ein Fell, offene Augen, können laufen und knabbern schon wenige Stunden nach der Geburt an Heu, Obst und Gemüse.

Wichtige Information

Unter den Langhaar Meerschweinchen gibt es anerkannte Rassen (z.B. Sheltie, Coronet, Peruaner, Merino, Alpaca) und außerdem viele Mischlingsformen.

Das Kotfressen (Blinddarmkot) ist keine Verhaltensstörung sondern dient zur Vitamin B Versorgung und darf nicht unterbunden werden. Da sie selbst kein Vitamin C bilden können, müssen sie ihren Bedarf über die Nahrung decken. Sie haben ein sehr gutes Gehör und sind lärmempfindlich. Als Fluchttiere benötigen sie ausreichende Rückzugs- und Versteckmöglichkeiten, der Käfig sollte nicht am Fußboden sondern etwas erhöht aufgestellt werden.

Weiterführende Literatur finden Sie in Ihrem Zoofachgeschäft.

Nachweise

Text: petdata; Bild: petdata

Quellenangabe: W. PUSCHMANN, D. ZSCHEILE, K. ZSCHEILE (2009): Zootierhaltung - Tiere in menschlicher Obhut: Säugetiere, Harri Deutsch Verlag; Tierärztliche Vereinigung für Tierschutz e.V. (2011): Merkblatt für Tierhalter - Meerschweinchen

  • Gemäß § 21 Abs. 5 Tierschutzgesetz idgF